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Breathwork für Anfänger*innen: Dein Guide für den Start in die Arbeit mit deinem Atem

Ein Portrait-Foto von Svenja, mit dem Meer im Hintergrund. Svenja lacht in die Kamera.
Svenja Tasler
7.1.25
13 Minuten Lesezeit
Eine weiblich gelesene Person sitzt auf einem Stuhl und hält ihr Gesicht mit geschlossenen Augen in die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster hinein scheinen.

In diesem Blogartikel möchte ich dir einen ersten tieferen Einblick in die wundervolle Welt der Atemarbeit geben. Du findest hier alles, was du für deinen Start mit Breathwork wissen solltest – von grundlegenden Erklärungen über praktische erste Schritte bis hin zu wichtigen Sicherheitsaspekten.

Was ist Breathwork überhaupt?

Breathwork bezeichnet ganz allgemein die bewusste Verbindung und Arbeit mit dem eigenen Atem. Es ist eine Kombination aus Wahrnehmen, Beobachten und bewusstem Lenken der Atmung, die wir für unser persönliches Wachstum und zur inneren Heilung nutzen können.

Wir können die Arbeit mit dem Atem in drei Hauptkategorien unterteilen:

1. Die alltägliche (funktionale) Atmung: Sie beschreibt unsere Atmung im Alltag, die wir optimieren können, um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu stärken.

2. Regulierende Atemtechniken: Diese Techniken helfen uns, unser Nervensystem bewusst zu regulieren. Sie sind meist kurzfristig einsetzbar und können uns dabei unterstützen, Stress abzubauen, neue Energie zu tanken und unsere Resilienz zu fördern.

3. Transformative Atemtechniken: Hierzu gehören Techniken wie die verbundene Atmung, mit denen wir auf körperlicher, emotionaler und energetischer Ebene tiefer in die Verbindung zu uns selbst kommen können und gegebenenfalls auch Blockaden in unserem Körper lösen können.

Wenn du mehr dazu lesen möchtest, was Breathwork ist und was es nicht ist, schau mal in diesen Blogartikel von mir.

Warum sollten wir alle uns mehr mit unserem Atem beschäftigen?

Es gibt einige Gründe, warum wir uns alle mehr mit unserer Atmung beschäftigen sollten:

1. Durch die Förderung einer funktionalen Atmung im Alltag können wir die Sauerstoffversorgung unseres Körpers und damit auch unsere Leistungsfähigkeit verbessern. Zusätzlich kann das auch unser Immunsystem und unsere Gesundheit stärken.

2. Unsere Atmung ist der einzige Teil unseres autonomen Nervensystems, den wir bewusst beeinflussen können. Das bietet uns die Möglichkeit, durch Atemtechniken Stressgefühle zu regulieren, Anspannung gezielt abzubauen und Entspannung zu fördern.

3. Über die bewusste Arbeit mit dem Atem können wir einen tieferen Zugang zu unserem Körper entwickeln, so dass wir Körpersignale früher wahrnehmen und besser verstehen können. Wir können lernen, Emotionen deutlicher zu spüren und zuzulassen und alte emotionale Blockaden sanft zu lösen.

4. Und schließlich kann uns die regelmäßige Arbeit mit dem Atem dabei unterstützen, belastbarer im Umgang mit Stress zu werden, herausfordernde Situationen besser zu meistern und unsere Resilienz nachhaltig zu fördern.

Das Wunderbare ist, dass wir unseren Atem als Werkzeug immer dabei haben und daher jederzeit nutzen können!

Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass jede Person ihre ganz eigenen, einzigartigen Erfahrungen mit Breathwork macht. Was für die eine Person transformativ ist, kann für eine andere Person weniger bedeutsam sein. Und das ist in Ordnung! Der Schlüssel liegt darin, offen und neugierig den eigenen Weg mit dem Atem zu erkunden und den Atem so nutzen, dass er für dich passt.

Grundlagen für Breathwork-Einsteiger*innen

Bevor wir zu den praktischen Schritten kommen, möchte ich ein paar wichtige Punkte ansprechen, um mögliche Missverständnisse darüber, was Breathwork ist oder kann, zu vermeiden.

Nicht jede Atemtechnik ist für jede Person geeignet

Obwohl Breathwork für viele Menschen sicher und heilsam ist, gibt es einige gesundheitliche Zustände (so genannte Kontraindikationen), bei denen bestimmte Atemtechniken nicht oder nur eingeschränkt praktiziert werden sollten. Dazu gehören unter anderem:

  • Schlaganfälle, Herzinfarkte, epileptische Anfälle
  • Einige psychische Erkrankungen (z. B. bipolare Erkrankung, Schizophrenie)
  • Herz- oder Kreislauf-Beschwerden, Blutdruckprobleme, Glaukom
  • Eingeschränkte Lungenkapazität, z.B. durch Asthma, COPD oder Long Covid
  • Diabetes Typ 1
  • Schwangerschaft (besonders im ersten Trimester und bei einer Risikoschwangerschaft)

Bevor du dich auf deine individuelle Breathwork-Reise begibst, solltest du in einem Gespräch mit einer informierten Ärzt*in oder Heilpraktiker*in klären, ob es Atemtechniken gibt, die für dich nicht geeignet sind.

Zusätzlich solltest du dir auf jeden Fall eine gut ausgebildete Breathwork-Expert*in an deine Seite holen, die dich im Zweifel unterstützen kann, für dich und deine Bedürfnisse passende Atemtechniken zu wählen und Atemtechniken anzupassen.

Breathwork ist keine Wunderlösung

Auch wenn Breathwork ein kraftvolles Werkzeug sein kann, ist es keine magische Lösung für alle Probleme. Viele Breathwork-Expert*innen sprechen darüber, dass der Atem bei der Aufarbeitung von Traumata und der Lösung emotionaler Blockaden unterstützen kann. Das kann stimmen! Dafür bedarf es jedoch einen Trauma-sensiblen Ansatz und eine verantwortungsbewusste Begleitung sowie ein Verständnis dafür, dass eine nachhaltige Veränderung Zeit braucht.

Unser (Nerven-)System braucht Raum für Integration und die Möglichkeit, neue Erfahrungen wirklich zu verkörpern. Manchmal leben wir jahrelang oder sogar jahrzehntelang mit bestimmten Mustern, Glaubenssätzen oder unterdrückten Gefühlen. Diese lassen sich in der Regel nicht in einer oder zwei Sessions komplett auflösen.

Qualität vor Intensität

Ein weiteres Missverständnis, dem man in der Breathwork-Welt häufig begegnet, ist die Annahme, dass eine Session besonders intensiv oder kathartisch sein muss, um "erfolgreich" zu sein. Das stimmt nicht! Emotionale oder körperliche Intensität ist kein Indikator für die Qualität oder Nachhaltigkeit einer Erfahrung.

Viel wichtiger als die Intensität ist ein sicherer Rahmen, in dem du dich gut aufgehoben fühlst und in dem du die Erfahrungen, die sich zeigen, auch wirklich integrieren kannst. Dein Nervensystem braucht Zeit, um neue Realitäten anzunehmen und zu verkörpern.

Deshalb ist die professionelle Begleitung durch einen erfahrenen, Trauma-sensiblen Breathworker so wichtig. Eine gute Begleitung hilft dir, in Verbindung mit deinem Körper und deinen Grenzen zu bleiben und ermöglicht dir, in deinem eigenen Tempo zu gehen.

Praktische erste Schritte für dich auf deiner Breathwork-Reise

1. Definiere eine Intention für deine Atemreise

Der erste wichtige Schritt auf deiner Breathwork-Reise ist es, dir über deine Intention klar zu werden.

Frage dich ehrlich: Was wünsche ich mir von meiner Breathwork-Praxis?

Möchtest du vor allem deine Alltagsatmung verbessern und damit deine Gesundheit fördern? Suchst du nach Werkzeugen für einen besseren Umgang mit Stress im Alltag? Oder möchtest du eventuell tiefer gehen und emotionale Blockaden lösen?

Eine ehrliche Antwort auf diese Fragen wird dir sowohl helfen, das passende Format für dich zu finden als auch deine Erwartungen realistisch zu gestalten und deine Fortschritte später besser wahrnehmen zu können.

2. Entwickle dein Atembewusstsein

Bevor du in komplexere Atemtechniken einsteigst, solltest du zunächst ein grundlegendes Bewusstsein für deinen Atem entwickeln. Dies ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Praxis. Mit konkreten Übungen kannst du dein Atembewusstsein stärken und die Verbindung zu deinem natürlichen Atemfluss vertiefen.

3. Finde die richtige Begleitung

Natürlich kannst du deine Atemreise auch allein starten. Je nachdem, was deine Intention ist, kann eine professionelle und erfahrene Begleitung jedoch essentiell sein, besonders wenn du tiefgreifende Erfahrungen mit deinem Atem anstrebst, die gut und nachhaltig integriert werden sollen.

Achte bei der Auswahl deines Breathwork-Coaches besonders auf eine fundierte Breathwork-Ausbildung von mindestens 12 Monaten und eine Trauma-sensible Arbeitsweise. Die persönliche Resonanz mit der Person ist ebenfalls wichtig. Du (und dein Nervensystem) sollten sich auf jeden Fall sicher bei der Person fühlen, mit der du arbeitest.

Eine gute Orientierung bei der Suche nach qualifizierten Breathwork-Coaches bietet die Global Professional Breathwork Alliance (GPBA). Diese internationale Organisation legt qualitative und ethische Standards für Breathwork-Ausbildungen und -Anbieter*innen fest. Über die Website der GPBA findest du weltweit zertifizierte Breathwork-Practitioner, die diese hohen Qualitätsstandards erfüllen.

4. Wähle das für dich passende Format

Je nach deiner persönlichen Intention und Lebenssituation können verschiedene Formate für dich passend sein. Für einen ersten Einblick in Breathwork eignen sich häufig Gruppensessions sehr gut. Sie bieten einen sicheren Rahmen zum Kennenlernen der Praxis und sind oft kostengünstiger als Einzelsessions.

Wenn du an persönlichen Themen arbeiten möchtest oder spezifische gesundheitliche Aspekte zu berücksichtigen sind, empfehle ich dir, mit Einzelsessions zu beginnen. Hier kann dein Coach individuell auf deine Bedürfnisse eingehen und die Techniken entsprechend anpassen.

Online-Kurse und regelmäßige Praxis-Gruppen können eine wertvolle Ergänzung sein, um deine Praxis zu vertiefen und kontinuierlich zu üben. Sie bieten dir die Flexibilität, von zu Hause aus zu praktizieren und dennoch in Verbindung mit einer Community zu bleiben.

5. Darauf solltest du bei deiner ersten Session achten

Wenn du deine erste Breathwork-Session buchst, ist es wichtig, dass du offen mit deinem Coach über deine Bedürfnisse und eventuelle gesundheitliche Einschränkungen sprichst. Eine gute Breathwork-Expert*in wird sich Zeit nehmen, dich kennenzulernen, deine Fragen zu beantworten und dich durch die Session zu begleiten.

Gib dir in der Session selbst die Zeit, die du brauchst, um anzukommen und dich auf die Erfahrung einzulassen. Höre dabei immer auf deinen Körper und erlaube dir, deine Grenzen klar zu kommunizieren. Es ist völlig in Ordnung, Fragen zu stellen oder um Anpassungen zu bitten. Eine professionelle Begleitung wird das ausdrücklich unterstützen.

Weitere Impulse für die Auswahl eines Breathwork-Coaches habe ich hier geteilt.

Beginne deine eigene Praxis

Auf meinem Blog findest du noch viele weitere Artikel, die sowohl theoretisches Wissen für dich bereithalten als auch praktische Atemübungen. Hier sind einige meiner liebsten Artikel, die ich dir sehr ans Herz legen kann:

Wenn du nach all den Informationen nun auch praktisch durchstarten möchtest, mag ich dich unbedingt in zu meinen "Take a Breath" Online-Kurs einladen. In diesem Kurs für 0 Euro bekommst du praktische Impulse für deine Alltagsatmung und drei von mir angeleitete praktische Übungen.

Über diesen Link kannst du dich direkt anmelden.

Zum Abschluss möchte ich dich noch einmal daran erinnern, dass deine Breathwork-Reise so individuell ist wie du selbst es bist. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um deinen eigenen Weg zu finden. Erlaube dir, verschiedene Ansätze auszuprobieren und bleibe dabei immer in Verbindung mit deinen eigenen Bedürfnissen.

Alles Liebe,
deine Svenja

Ein Portrait-Foto von Svenja, mit dem Meer im Hintergrund. Svenja lacht in die Kamera.
Svenja Tasler
7.1.25
13 Minuten Lesezeit